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Die Altstadtfreunde Spalt bedanken sich für gelungene Sanierungen in der Altstadt
Ein Stadtbild prägendes Anwesen gekauft und zu einem modernen Gästehaus umgewandelt. Ein Stadthaus erworben und Schritt für Schritt saniert. Ein altes Haus geerbt und für sich bzw. den Sohn umgebaut. Sich in ein Altstadthaus beim Besuch des Weihnachtsmarktes schockverliebt, es erworben und saniert. All diese Geschichten gehören zu Häusern in der Altstadt Spalt. Häuser, die unter Denkmalschutz stehen, sei es als Einzeldenkmal oder im Rahmen des Ensembleschutzes. Häuser, die von ihren Besitzerfamilien in den letzten Jahren vorbildlich saniert worden sind.
Die Altstadtfreunde Spalt e.V. rückten fünfzehn solcher Häuser in den Mittelpunkt eines Abends, an dem sie – nun schon zum zweiten Mal – solche gelungenen Sanierungen auszeichneten.
Nach seiner Begrüßung richtete sich der Vorsitzende der Altstadtfreunde, Herr Dr. Wilhelm Wechsler, direkt an die anwesenden Familien.
Viele von Ihnen, so führte er aus, haben in den vergangenen Jahren ihre Häuser in der Altstadt mit großem Einsatz, viel Geduld und oft auch erheblichem finanziellen Aufwand saniert. Sie haben alte Mauern erhalten, historische Details bewahrt, Fassaden erneuert, Wohnraum geschaffen, der auch heutigen Ansprüchen gerecht wird. Gerade letzteres sei, so Wechsler, wichtig, denn die Altstadt von Spalt ist kein Museum und keine historische Kulisse. Sie lebt durch die Menschen, die hier wohnen und Verantwortung übernehmen. Durch Menschen wie Sie.
Wenn man durch Spalt geht und auf die inzwischen so zahlreichen herrlich sanierten Gebäude schaut, auf gepflegte Gassen, restaurierte Fenster, sorgfältig erhaltene Fassaden, so ist das keine Selbstverständlichkeit. All das ist das Ergebnis von Idealismus, Ausdauer und einer großen Liebe zur Geschichte unserer Stadt.
Für dieses Engagement, so Herr Wechsler, möchten die Altstadtfreunde Spalt mit der Verleihung einer Urkunde und einer Plakette ihre Anerkennung und ihren Dank aussprechen.
Die heuer ausgewählten Häuser wurden vom Vorsitzenden jeweils mit einem Foto vorgestellt und kurz beschrieben. Dann war es an den Besitzern, etwas dazu zu sagen. Zur Geschichte, zum Umfang der Sanierungsmaßnahmen, zu aufgetretenen Überraschungen, zur Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde.
Bei diesen Berichten wurde deutlich, dass gerade alte Häuser - eines geht zurück auf das Jahr 1700 - viel zu erzählen haben. Ein Haus, 1910 vollständig abgebrannt, wieder aufgebaut, von den Eltern geerbt und nun für die nächste Generation umgebaut. Da wurde davon gesprochen, dass neues Leben in alten Häusern auch nach neuesten technischen Standards möglich ist. Es wurde erzählt, dass erst mit dem Einbau passender Fenster - liebevoll als Augen des Hauses bezeichnet - und einer neuen Farbe das Haus zu strahlen begann. Man hörte von einer hohen Wohnqualität in zentraler Lage und auch davon, dass man stolz sei auf die geglückte Sanierung. Angesprochen wurde auch der Dominoeffekt, der dadurch entsteht, dass ein Haus erfolgreich saniert wurde und dieser Funke auf den Nachbarn überspringt, und auch dieser dann eine Sanierung wagt.
Viel Positives und Mutmachendes hörte man an diesem Abend über die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Roth in Person von Herrn Danninger. Seine Bemühungen, die berechtigten Anliegen des Denkmalschutzes mit den konkreten Vorstellungen und Bedürfnissen der Hausbesitzer zusammenzubringen, seine Bereitschaft, auch kurzfristig tragbare, vernünftige Lösungen zu finden und einen Dialog auf Augenhöhe zu führen, wurden vielfach besonders lobend herausgestellt. Diese positive Zusammenarbeit ist entscheidend dafür, dass Denkmalschutz nicht als Hindernis empfunden, sondern als motivierende gemeinsame Aufgabe verstanden wird.
Eine Anerkennung der besonderen Art erfuhr Frau Ingrid Ermer. Ausgezeichnet wurde diesmal nicht ihr städtebildprägendes Hopfenhaus, sondern der über all die Jahre einmalige Blumenschmuck entlang der Straße.
Vorsitzender Wechsler bedankte sich nochmals bei allen Anwesenden für ihren wertvollen Beitrag zum Erhalt einer liebens- und lebenswerten Altstadt. Dieses Engagement verdiene Anerkennung. Genau diese möchten die Altstadtfreunde mit diesem Abend ausdrücken.
Mit einer kleinen gemeinsamen Vesper endete dieser 2. Anerkennungsabend.
Ein altes Juwel glänzt wieder
Die Altstadtfreunde Spalt investierten in Spalts Zollhäuschen.
SPALT - Kaum war das Gerüst abgebaut, schon blieben die Ersten stehen, staunten, bewunderten und lobten es, das frisch renovierte Zollhäuschen in Spalt. Das teilen die Altstadtfreunde Spalt in einer Mitteilung mit.
Am Ortseingang steht es, das ehemalige Pilasterzollhaus. In der Denkmalliste Bayerns ist es so beschrieben: "Eherm. Pflasterzollhaus, erdgeschossiger Mansarddachbau mit Halbwalm und Fachwerkgiebel, Mitte 18. Jh.; rückseitig überbauter Rest der Stadtmauer."
Altehrwürdig also, auch wenn es recht klein ist. Bedeutsam, obwohl es heute keine Funktion mehr hat. Sanierungsbedürftig, denn der Zahn der Zeit nagte in den vergangenen Jahrzehnten ungebremst an diesem Spalter Kleinod.
Es weiter verfallen zu lassen, das war für die Altstadtfreunde Spalt keine Option. Deshalb beschloss der Verein, sich um die Sanierung dieses städtischen Gebäudes zu kümmern. In enger und äußerst konstruktiver Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalschutzbehörde in Person von Martin Danninger wurde die Sanierung geplant. Anträge wurden geschrieben, mit Handwerkern die notwendigen Sanierungsschritte besprochen. Und es war viel zu tun. Die Außenfassade, einschließlich des Fachwerks, musste ausgebessert und gestrichen werden. Die Gefache wurden teilweise erneuert, die Fenster ausgebessert und gestrichen, die Scheiben neu eingekittet. Der überbaute Rest der Stadtmauer auf der Rückseite wurde vor Jahren völlig unsachgemäß überstrichen und verfugt. Also galt es, die Sandsteine zu reinigen und fachgerecht neu zu verfugen.
Im Innenraum wurde der bestehende Putz abgeschlagen und durch Sanierputz ersetzt. Alle Räume wurden gestrichen. Die Altstadtfreunde Spalt investierten insgesamt ca. 14.000 Euro in die Renovierung des Zollhäuschens. Eine Menge Geld für einen Verein, der keinerlei Mitgliedsbeiträge verlangt und allein auf Spenden angewiesen ist.
Etliche kleinere Sanierungs- und Renovierungsarbeiten haben die Altstadtfreunde Spalt schon in der Vergangenheit finanziert und umgesetzt. Eine Maßnahme dieser Größenordnung war bisher aber nicht dabei. Nun ist die Vereinskasse leer. Dafür erstrahlt und glänzt es wieder in voller Pracht: das Zollhäuschen in Spalt.
Am Eingang zur Altstadt jetzt wieder ein beeindruckendes Kleinod Spalter Stadtgeschichte. Die Investition hat sich auf alle Fälle gelohnt. Das ist nicht nur die einhellige Meinung des Vereins, sondern auch die von vielen Bürgerinnen und Bürgern, die täglich vorbeigehen oder die bei der Wiedereröffnung der Spalter Hauptstraße erstmals auch einen Blick ins Innere werfen konnten. Auf die Altstadtfreunde Spalt warten noch viele Aufgaben, die angegangen werden sollten. Derzeit lässt die leere Vereinskasse das aber nicht zu. Die Altstadtfreunde hoffen, dass das Projekt Zollhäuschen möglichst viele Spenderinnen und Spender dazu motiviert, ihre Arbeit zu unterstützen.
Einweihung Bierkellertüre
Der Vorschlag, die Tür zum Bierkeller unterhalb des Hans-Gruber-Kellers zu erneuern, kam von unserem zweiten Vorsitzenden, Hubert Wechsler. Er, der nicht nur zum Thema Bierkeller über ein höchst beeindruckendes Wissen verfügt, setze ihn auch gleich in die Tat um. Er legte den Belüftungsschacht frei und baute zusammen mit Rudi Reiber die neue Tür. Vor wenigen Tagen fand nun die offizielle Einweihung statt. Die Stadtbrauerei, Eigentümer des Kellers, war durch Bürgermeister Weingart, Braumeister Herz und Finanzbuchhalter Eitel vertreten. Bertram Dorfer, Georg Vogel und Rudi Reiber hatten dafür gesorgt, dass sich der historische Bierkeller von seiner besten Seite zeigen und im rechten Licht erscheinen konnte. Alle Anwesenden waren beeindruckt von der Größe und dem jetzigen Zustand des Kellers. Ein wirkliches Kleinod, das dank Hubert Wechsler aus seinem Dornröschenschlaf erweckt worden ist. Der Verein bedankt sich bei der Zimmerei Franz Hausmann für die kostenlose Überlassung seiner Werkstatt.
Zweiter Filmabend der Altstadtfreunde
„Schuster, bleib' bei deinen Leisten!“ Dieses bekannte Sprichwort traf wohl kaum auf einen Spalter besser zu als auf Georg Riedel. Bei ihm ist das wörtlich gemeint. Er, der leider schon verstorben ist, ist seinen Leisten treu geblieben. Und das bis ins hohe Alter. Georg Riedel, seine eigene Geschichte und die über das alte Handwerk des Schuhmachers lebte vor wenigen Tagen im, bis auf den letzten Platz gefüllten, HopfenBierGut nochmals auf. Dort zeigten die Altstadtfreunde Spalt e.V. nämlich den von Familie Schurz gedrehten Film „Der Riedel Schuster“. Gedreht wurde der in der Schusterwerkstatt im Handwerkerturm am Oberen Tor. Dass diese Werktatt dort bis heute besteht, ist dem Heimatverein Spalter Land e.V. zu verdanken, der vor vielen Jahren die Handwerkerstuben initiierte und sie bis heute unterhält.
Der Film zeigte Georg Riedel in seinem Element. Er wollte eigentlich eine Ausbilung bei der Bahn machen, die Familie drängte aber darauf, dass er die Schuhmacherrkstatt des Großvaters und des Vaters weiterführen solle. Das tat er dann auch über viele Jahre. Georg Riedel, der gelernter Schuhmacher, der eben kein Schuster war, der nur Schuhe repariert, blieb auch im Rentenalter „bei seinem Leisten“. Die Schuhmacherwerkstatt seiner Familie, die im Handwerkerturm unterkam, zeigte und erklärte er gerne. Beeindruckend war dabei sein handwerkliches Wissen und Können, begeisternd seine Erzählungen über und um das Schuhmacherhandwerk.
All das greift der Film auf. Der Riedel Schuster beschreibt darin die vielen für die Herstellung von Schuhen damals notwendigen Arbeitsschritte und er erklärt die Werkzeuge und ihre Handhabung. Man erahnt, welchen Stellenwert Schuhe früher hatten. Früher, als sie noch handwerklich über den genau passenden Leisten gezogen worden sind.
Danke an Familie Schurz, dass sie mit ihrem Film wieder ein Stück Spalter Handwerksgeschichte für die Nachwelt erhalten hat.
Die Christophoruskirche als Thema beim Januarstammtisch
Wenn man zwei viel größere, ältere Geschwister hat, dann tut man sich als viel jüngere und deutlich kleinere Schwester immer besonders schwer. Das gilt auch für die kleine evangelische Christophoruskirche neben den katholischen Kirchen von St. Emmeram und St. Nikolaus. Der Januarstammtisch der Altstadtfreunde Spalt hat sich gerade auch deshalb ausführlich mit der unscheinbareren evangelischen Kirche beschäftigt.
Zu deren 100. Geburtstag im Jahre 1995 verfasste René Richter eine sehr aufschlussreiche „Kleine Geschichte der Evangelischen Kirche zu Spalt“. Diese Chronik nutzte auch Walter Bachmann, der in dem ihm eigenen mitreißenden Erzählstil viele der darin enthaltenen historischen Details aufleben ließ.
1838 wurden erstmals lutherische Gläubige, es waren meist staatliche Beamte, in Spalt erwähnt. Diese wenigen Familien gehörten zunächst zum katholischen Pfarrverband Spalt und ab 1844 zu dem von Fünfbronn. Der weite Weg zu den Gottesdiensten führte dazu, dass am 5. September 1879 ein Antrag an den Magistrat der Stadt gestellt wurde, in Spalt einen Betsaal einrichten zu können. Schon zwölf Tage später (!) fiel die Entscheidung. Die Protestanten durften das alte Schießhaus (heute Leichenhaus) für ihre Gottesdienste 10 Jahre lang mietfrei nutzen. Lediglich die notwendigen Umbaumaßnahmen mussten selbst erledigt werden. Eine schnelle, positive Entscheidung zu Gunsten der „Lutherischen“ im katholischen Spalt! Heute würde man sagen: Ökumene pur!
Als die Zahl der evangelischen Gläubigen immer weiter anstieg und der Pachtvertrag für das Schießhaus auslief, kam die Idee auf, eine kleine Kapelle zu errichten. Die Planungen dazu begannen 1892. Auf Drängen der staatlichen Genehmigungsstellen wurde aus dem ursprünglich vorgesehenen Dachreiter ein richtiger Turm. Auch hier zeigte der Magistrat Spalts seine Liberalität. Die Stadt stellte nämlich die Sandsteine für das Mauerwerk kostenlos zur Verfügung!
Am 18. August 1895 konnte die Kirche, ausgestattet mit drei Glocken, eingeweiht werden.
Im Laufe der beiden Weltkriege wurde jeweils Glocken konfisziert. Nach den Kriegen wurde das Geläut jeweils bestmöglich wieder ergänzt. Nach dem 2. Weltkrieg war es eine Glocke aus den Beständen eines Glockenfriedhofs. Diese läutete früher in der Christophori-Kirche in Breslau. Auch deshalb, so Herr Bachmann, hat man, als man der Kirche zu ihrem 100. Geburtstag erstmals einen Namen gab, sich für den Namen Christophoruskirche entschieden. Bachmanns Hinweise auf die Kirchenrenovierung 1970, auf den Einbau einer neuen Orgel im Jahr 1972 und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Trachtenverein Spalt, der dazu führte, dass nun auch ein Pfarrraum zur Verfügung steht, rundeten den überaus informativen Abend ab.
Herzlichen Dank an Walter Bachmann für seine tolle Führung!
Ein Spalter Kleinod aufgewertet
Die zahlreichen historischen Felsenkeller rings um die Spalter Altstadt dienten ehemaligen Spalter Brauereien als Gär- und Lagerkeller. Im Sommer wurde hier unter alten Lindenbäumen auch das kühle Nass ausgeschenkt.
Ein solches Kleinod befindet sich auch im Besitz der Stadtbrauerei am Hohlweg des historischen Hans-Gruber Kellers. Es ist tief in den Burgsandstein des Galgenberges eingegraben, besticht durch seine schöne Eingangsgrotte, seine weit verzweigten Gänge und Nischen, seine Fass- und Eisbänke und einen Brunnen.
Aufgrund fehlender Belüftung hat das Raumklima im Laufe der Jahre sehr gelitten. Die Altstadtfreunde haben dieses Zeugnis der Spalter Braukultur nun etwas aufgewertet. Der 2. Vorstand Hubert Wechsler hat zunächst den Bewuchs am Eingang zurückgeschnitten und den verschütteten Luftschacht freigelegt. Dann fertigte er, mit tatkräftiger Unterstützung von Rudi Reiber, eine neue Eingangstür aus Eichenholz an und baute sie ein.
Herzlichen Dank an die Zimmerei Franz Hausmann für die kostenlose Benützung der Werkstatt und Maschinen.
Durch das Freilegen des großen Luftschachtes, der früher zum Abwurf von Eis diente, und einen Ausschnitt an der Eingangstür haben nun auch Fledermäuse und andere Tierarten einen idealen Unterschlupf. Somit profitiert auch der Natur- und Artenschutz von unserer Aktion.
Brandschutz in der Altstadt – ein Stammtisch bei der FFW Spalt
Einsatzbereitschaft und Leidenschaft für das Ehrenamt, selbstverständliche Abläufe auf der Basis hoher Professionalität, unterstützt von der notwendigen technischen Ausstattung, all das konnten die Altstadtfreunde bei ihrem Besuch im Feuerwehrgerätehaus hautnah erleben. Dass an diesem Tag gleich zu drei Einsätzen ausgerückt werden musste, machte Kommandant Stefan Schwarz aber nicht nervös. Beeindruckend waren seine Erklärungen zur technischen Ausstattung und zu den vielfältigen Aufgabenbereichen der FFW Spalt. Beeindruckend war aber auch die hohe Zahl ehrenamtliche aktiver Mitglieder und deren Ausbildungs- und Schulungsbereitschaft.
Einen besonderen Schwerpunkt bildete natürlich der Brandschutz im Altstadtbereich. Enge Gassen, hohe Giebel, lange Wassertransportwege, all das sind, so Kommandant Schwarz, besondere Herausforderungen an die FFW Spalt. Dass sie diesen dank der technischen Aus-stattung, dem hohen Ausbildungsstand und der auffallend kurzen Alarmierungszeit gerecht wird, zeigte sie in der Vergangenheit eindrücklich.
Ein Stammtisch an ungewöhnlichem Ort mit beeindruckenden Einblicken. Die Altstadtfreunde bedankten sich bei Kommandant Schwarz und allen Mitgliedern der FFW für ihr Engagement im Dienst unserer Stadt und ihrer Bewohner.
